1 — Was es ist
Wenn ein Elternteil stirbt, steht die Familie innerhalb strenger Fristen vor einer Reihe rechtlicher, administrativer und finanzieller Pflichten – oft während sie eine akute Trauer bewältigt.
Zu diesen Pflichten gehören die Beurkundung des Todes, die Benachrichtigung von Behörden und Institutionen, die Verwaltung des Nachlasses sowie die Schließung oder Übertragung von Konten – jede mit eigenen Fristen und Anforderungen.
Ein klarer Schritt-für-Schritt-Plan verringert Fehler, verhindert versäumte Fristen und ermöglicht es der Familie, diese Zeit mit größerer Klarheit und weniger zusätzlichem Stress zu bewältigen.
2 — Warum es wichtig ist
- Wird der Tod nicht innerhalb der gesetzlichen Frist beurkundet, drohen Ordnungsstrafen
- Bankkonten werden auf unbestimmte Zeit eingefroren, wenn der Nachlass nicht ordnungsgemäß gemeldet wird
- Erbansprüche gehen verloren, weil Fristen zur Annahme der Erbschaft versäumt werden
- Laufende Lastschriften und Abonnements werden monatelang unbemerkt weiter abgebucht
- Streitigkeiten zwischen den Erben eskalieren ohne ein klares Verständnis von Testament und Nachlass
- Immobilien oder Vermögenswerte sind unzugänglich, weil niemand weiß, wo die Dokumente aufbewahrt werden
3 — Wann anzuwenden
- Sofort, wenn ein Elternteil verstirbt – die ersten 24 bis 48 Stunden sind entscheidend für die Beurkundung
- In der ersten Woche, um Institutionen zu benachrichtigen und mit den Nachlassformalitäten zu beginnen
- Innerhalb des ersten Monats, für rechtliche und finanzielle Pflichten
- In den folgenden Monaten, um Vermögenswerte zu schließen, zu übertragen oder zu verteilen
4 — Vorgehensweise
- 1Lassen Sie sich vom behandelnden Arzt oder Krankenhaus eine ärztliche Todesbescheinigung ausstellen, in der Regel innerhalb von 24 Stunden.
- 2Beurkunden Sie den Tod beim örtlichen Standesamt (Gemeinde) innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Frist – je nach Land typischerweise 24–72 Stunden.
- 3Beschaffen Sie mehrere beglaubigte Kopien der Sterbeurkunde (mindestens 10) – sie werden für jede Institution benötigt.
- 4Benachrichtigen Sie die engste Familie und treffen Sie alle unmittelbar erforderlichen Entscheidungen zu Bestattung und Beisetzung.
- 5Suchen Sie das Testament, sofern vorhanden. Wenden Sie sich an einen Notar oder Anwalt, um das Nachlass- bzw. Erbverfahren einzuleiten.
- 6Benachrichtigen Sie alle relevanten Institutionen: Banken, Rentenbehörden, Krankenkassen, Arbeitgeber, Versicherungen, Finanzamt.
- 7Kündigen oder übertragen Sie laufende Verträge: Versorgungsleistungen, Abonnements, Mobilfunk, Versicherungspolicen.
- 8Erstellen Sie ein Verzeichnis der Vermögenswerte (Immobilien, Bankkonten, Geldanlagen, Fahrzeuge) und Verbindlichkeiten (Schulden, Hypotheken).
- 9Reichen Sie alle erforderlichen Steuererklärungen ein und schließen Sie das formelle Erb- bzw. Nachlassverfahren innerhalb der gesetzlichen Frist ab.
5 — Checkliste
- Ärztliche Todesbescheinigung beschafft
- Tod innerhalb der gesetzlichen Frist beim Standesamt beurkundet
- Mindestens 10 beglaubigte Kopien der Sterbeurkunde beschafft
- Testament gefunden und Notar/Anwalt kontaktiert
- Banken und Finanzinstitute benachrichtigt
- Renten- und Sozialversicherungsbehörden benachrichtigt
- Versicherungen benachrichtigt
- Versorgungsleistungen und Abonnements gekündigt oder übertragen
- Verzeichnis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erstellt
- Steuererklärungen innerhalb der vorgeschriebenen Frist eingereicht
6 — Beteiligte Dokumente
- Ärztliche Todesbescheinigung
- Amtliche Sterbeurkunde
- Testament (sofern vorhanden)
- Beglaubigte Kopien der Sterbeurkunde (mehrere)
- Ausweisdokumente der verstorbenen Person
- Konto- und Vermögensauszüge
- Grundbuchauszüge und Hypothekenunterlagen
- Versicherungspolicen
- Renten- und Sozialversicherungsunterlagen
- Steuerliche Identifikationsdokumente